Business-Kleidung ist keine typische Berufskleidung

Business-Kleidung ist keine typische Berufskleidung

Das Tragen von Business-Kleidung ist der allgemeinen Lebensführung zuzurechnen, weil es auch dem menschlichen Bedürfnis nach Bekleidung Rechnung trägt und eine private Nutzungsmöglichkeit bei gelegentlichen besonderen privaten Anlässen, objektiv nicht ganz oder jedenfalls nicht nahezu ausgeschlossen werden kann (FG Hamburg, Urteil v. 26.3.2014 – 6 K 231/12).

Hintergrund: Aufwendungen für „typische Berufskleidung” sind als Werbungskosten abziehbar. Sie liegen vor, wenn die angeschaffte Kleidung ihrer Beschaffenheit nach objektiv nahezu ausschließlich für die berufliche Verwendung bestimmt und wegen der Eigenart des Berufs nötig ist (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 6 EStG).

Sachverhalt: Die Beteiligten streiten darüber, ob Aufwendungen des Klägers für seine beruflich genutzte Kleidung als Werbungskosten abziehbar sind.

Hierzu führte das Gericht weiter aus:

  • Die Aufwendungen des Klägers als angestellter Rechtsanwalt für die Anschaffung von Anzügen, Hemden und Schuhen stellen keine Werbungskosten dar.
  • Aufwendungen für Kleidung sind ebenso wie Aufwendungen für Wohnung und Verpflegung grundsätzlich Kosten der Lebensführung; diese sind auch dann nicht abzugsfähig, wenn sie zur Förderung des Berufs oder der Tätigkeit des Steuerpflichtigen erfolgen.
  • Nur die durch typische Berufskleidung entstandenen Aufwendungen sind Werbungskosten, nicht jedoch solche Aufwendungen, die auch bei anderen Steuerpflichtigen dadurch entstehen, dass sie während der Ausübung ihres Berufes bekleidet sind.
  • Auch wenn die konkreten Kleidungsstücke ohne die beruflichen Gründe überhaupt nicht angeschafft worden wären, ist das Tragen bürgerlicher Kleidung (auch Business-Kleidung) der allgemeinen Lebensführung zuzurechnen.
  • Da eine private Nutzungsmöglichkeit der Kleidung nicht so gut wie ausgeschlossen ist, fehlt es für die Abzugsfähigkeit an der erforderlichen, objektiven und leicht nachprüfbaren, Abgrenzbarkeit zu den nicht berücksichtigungsfähigen Aufwendungen für die private Lebensführung.
  • Ohne eine derartige Abgrenzungsmöglichkeit ist eine Aufteilung der Aufwendungen und ggf. teilweise Zurechnung zu den Werbungskosten nicht möglich.

Quelle: NWB Datenbank

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