Darlehensgebühr für Bausparverträge zurückverlangen

Darlehensgebühren bei Bausparverträgen sind unzulässig, entschied der BGH kürzlich. Verbraucher können zu Unrecht gezahltes Geld zuzüglich Zinsen zurückfordern, das Bausparkassen in den Jahren 2013 bis 2016 verlangt haben. Hierauf weist die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) hin.

Hierzu führt die Verbraucherzentrale Hamburg weiter aus:

  • Wer 2013 eine Darlehensgebühr gezahlt hat, sollte sich mit seiner Rückforderung jedoch beeilen. Denn zum Jahreswechsel verjährt der Rückzahlungsanspruch.
  • Ob auch Zahlungen aus frühereren Jahren – also vor 2013 – zurückerstattet werden müssen, ist noch nicht höchstrichterlich entschieden.
  • Das BGH-Urteil zu Formularklauseln über Darlehensgebühren in Bausparverträgen hat die Verbraucherzentrale NRW gegen die Bausparkasse Schwäbisch Hall erstritten (BGH, Urteil v. 08.11.2016 – Az. XI ZR 552/15). Von der Entscheidung sind jedoch auch zahlreiche andere Bausparkassen betroffen, die die umstrittene Gebühr ebenfalls erhoben haben (lesen Sie hierzu unsere Nachricht v. 08.11.2016).
  • Gerade in Zeiten allgemein niedriger Kreditzinsen kann es nicht sein, dass die Darlehensgebühr in vielen Fällen so hoch ist wie die aktuell marktüblichen Kreditzinsen für ein ganzes Jahr.
  • Außerdem erschwert der zusätzliche Posten den Vergleich zwischen verschiedenen Baufinanzierungsangeboten. Der Wegfall der Darlehensgebühr war daher mehr als überfällig.
  • Da die Gebühren nun endgültig wegfallen, wird es für viele Verbraucher günstiger, ein Bauspardarlehen in Anspruch zu nehmen. Dennoch sollten Besitzer von älteren Verträgen genau prüfen, ob dies im konkreten Einzelfall sinnvoll ist. Bei der Entscheidung für oder gegen ein Darlehen sollten wichtige Aspekte wie das Alter des Vertrags, die Zinskonditionen und die Frage, ob man anderswo ein günstigeres Darlehen bekommen könnte, unbedingt berücksichtigt werden.
Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg online v. 24.11.2016

Hinweis:

Die VZHH stellt auf ihrer Homepage auch einen entgeltlichen Musterbrief zur Verfügung, mit dem Verbraucher ihre Erstattungsansprüche gegenüber ihrer Bausparkasse geltend machen können.