Wenn das Finanzamt klingelt

Wenn das Finanzamt klingelt

 

Der Präsident des Bundesfinanzhofs warnt, dass Steuerzahler kriminalisiert werden. Denn immer häufiger kontrollieren Flankenschutzbeamte direkt beim Steuerzahler Angaben, die dem Finanzamt in der Steuererklärung nicht ganz koscher erscheinen.

Und dann lag das Parkett doch in der richtigen Wohnung. In der, in die bald neue Mieter einziehen sollten, und nicht ein Stockwerk höher, wo der Besitzer des Hauses selbst wohnt. Die beiden Finanzbeamten verabschiedeten sich höflich, bedankten sich noch einmal für die Kooperation, und damit war der Fall für sie erledigt. Zurück ließen sie einen Hausbesitzer, der zwar irgendwie erleichtert war, dass der Überraschungsbesuch am Morgen ohne Folgen bleiben sollte. Er war aber auch ziemlich erbost. Schließlich waren die fremden Männer durch sein Schlaf- und das Wohnzimmer gestiefelt, als er gerade beim Frühstück saß, und das unangemeldet.

 

Auch wenn es nur um Bodenbelag ging – es sind Fälle wie dieser, die den Präsidenten des Bundesfinanzhofs (BFH), Rudolf Mellinghoff, um den Rechtsstaat fürchten lassen. Denn es war beileibe kein Einzelfall, als an jenem Morgen im vergangenen Jahr der westfälische Finanzbeamte in Begleitung eines „Flankenschutzbeamten“ an dem Zweifamilienhaus klingelte und verlangte, mal eben eine Runde durch alle Räume drehen zu dürfen.

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