Vermögenssicherung im Pflegefall

Pflege ist ein Thema, das wir gerne verdrängen. Manchmal allerdings kommt es viel schneller und teurer als wir denken: Wir stehen nämlich nach §1601 BGB auch für unsere Eltern in der Pflicht.

Zwar gibt es bestimmte Freigrenzen, bis zu denen die Vermögen der Kinder nicht für die Pflege herangezogen werden. Diese sind allerdings angesichts der Beträge, die für die Pflege entstehen können, vergleichsweise gering. Und da die Anzahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland allein in den beiden letzten Jahren um mehr als 500.000 auf über 3 Millionen Menschen gestiegen ist, trifft es immer mehr Familien – oft plötzlich und ohne vorherige Maßnahmen zur Vermögenssicherung. Bis zum Jahr 2050 wird übrigens ein Anstieg auf ca. 5 Millionen Pflegefälle prognostiziert.

Was Sie heute von der gesetzlichen Pflegeversicherung (Stand 2015) in den verschiedenen Pflegestufen erwarten können:

 
 Pflegestufe  Pflege- sachleistungen bis zu  Pflegegeld häusliche Angehörige Kurzzeit-pflege bis zu Teilstationäre Pflege Tag/Nacht Vollstationäre Pflege
 0 231 123 1612 231 0
 1 468 244 1612 468 1064
 1 Demenz 689 316 1612 689 1064
 2 1144 458 1612 1144 1330
 2 Demenz 1298 545 1612 1298 1330
 3 1602 728 1612 1612 1612
 3 Demenz 1602 728 1612 1612 1612
 Härtefälle 1995 1995
Angaben in Euro

Ein Heimplatz mit stationärer Pflege kostet in Deutschland zwischen 3.000 und über 3.500 Euro pro Monat. Das bedeutet, dass bei einer Altersrente von 1.000 Euro und einer Leistung der Pflegeversicherung in Höhe von 1.600 Euro eine monatliche Deckungslücke von bis zu 1.000 Euro entstehen kann. Die durchschnittliche Pflegedauer beträgt 5 – 8 Jahre. Das bedeutet im Durchschnitt eine Zuzahlung von ca. 60.000 bis 96.000 Euro – ohne gegebenenfalls anfallende Zusatzkosten.

Wer seine oder die Pflege seiner Eltern nicht aus dem liquiden Vermögen decken möchte oder kann, muss über eine private Absicherung nachdenken.

Quelle: einBlick 12.2015