Gesetzliche Krankenversicherung Millionen Versicherten drohen Zusatzkosten …

GKV: Millionen Versicherten

drohen Zusatzkosten

Mehrere Millionen Mitglieder von mindestens 20 gesetzlichen Krankenkassen müssen in den kommenden Monaten mit Zusatzbeiträgen oder Leistungskürzungen rechnen.

Bei den betroffenen Kassen liegen nach Angaben des Bundesversicherungsamts die Finanzrücklagen unter dem Mindestsoll.

Die Alarmsignale des Bundesversicherungsamts geben einen Vorgeschmack auf die drohende Belastung mit Zusatzbeiträgen, die trotz des Konjunkturaufschwungs und niedriger Arbeitslosigkeit auf breiter Front auf Kassenpatienten zukommen dürften. Zwar zählt es zu den Zielen der schwarz-gelben Gesundheitsreform, durch finanziellen Druck weitere Fusionen von Krankenkassen zu fördern. Und auch ein verschärfter Konkurrenzdruck unter den Kassen über den Hebel der Zusatzbeiträge wird von Union und FDP angestrebt. Allerdings zeigt das Chaos um die Unterbringung der Versicherten der bankrotten City BKK, dass die Kassenlandschaft auf den Ernstfall nur schlecht vorbereitet ist.

Seit dem Start des Gesundheitsfonds 2009, der die Beiträge der gesetzlich Versicherten einsammelt und an die Kassen verteilt, ist die City BKK die erste Kasse, die schließen muss. Zahlreiche Mitglieder wurden auf der Suche nach einer neuen Versicherung zunächst von anderen Kassen abgewiesen.

 

Unter den mindestens 20 Krankenversicherungen mit zu niedrigen Finanzreserven befinden sich dem Bundesversicherungsamt zufolge auch größere Kassen. Einige hätten mit schwerwiegenden Problemen zu kämpfen, bei anderen gebe es geringere Schwierigkeiten, so der Behördensprecher. Sparen könnten die Kassen beispielsweise durch Einschnitte bei freiwilligen Leistungen oder auch bei ihrem Personal.

Um welche Kassen es sich konkret handelt, ließ der Sprecher allerdings offen. Dahinter steht auch die Sorge, dass zahlreiche betroffene Versicherte vorsorglich ihre Kasse verlassen könnten und damit deren Finanzlage noch verschlimmern würden. Knapp 100 der rund 150 gesetzlichen Krankenkassen stehen unter der Aufsicht der Behörde.

Der Gesundheitsfonds insgesamt wird nach Berechnungen des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung zum Jahresende einen Überschuss von gut 2 Mrd. Euro verbuchen. Das Geld soll nach Ansicht des Verbands zur Senkung des einheitlichen Kassenbeitrags von derzeit 15,5 Prozent genutzt werden. Das Bundesgesundheitsministerium wies diese Forderung jedoch zurück.

 

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