Bei mir ist nichts zu holen

Bei mir ist nichts zu holen

 

Das Sozialamt bittet zur Kasse: Denn Kinder haften für die Pflege ihrer Eltern. Kein Grund zur Panik!

Für viele Betroffene kommt die Nachricht aus heiterem Himmel. Plötzlich werden sie von einem Sozialamt angeschrieben und aufgefordert, Unterhalt zurückzuzahlen, den die Behörde für ein Elternteil in Heimpflege vorgestreckt hat. Die unangenehme Überraschung hat nicht etwa damit zu tun, dass die Betroffenen sich nicht um die Eltern kümmern würden, sie ist vielmehr systembedingt. Die Rente und die Leistungen aus der Pflegeversicherung reichen oft nicht aus, um Heimkosten von 3000 bis 3500 Euro zu decken. Ist das Ersparte dann aufgezehrt, scheuen sich die betagten Eltern vielfach, ihre Kinder um Hilfe zu bitten. Angesichts dieser Skrupel stellen die Sozialstationen der Heime kurzerhand einen Antrag auf Hilfe zur Pflege und bringen so das Sozialamt ins Spiel.

Harscher Ton, stumpfe Waffen
Gegenüber den Kindern treten die Sozialämter recht resolut auf. Mit der sogenannten Rechtswahrungsanzeige leiten sie den Unterhaltsanspruch auf sich über und fordern die Betroffenen auf, ihr Einkommen offenzulegen. Kooperation ist angeraten, denn die Behörde kann die Prüfung auf der Grundlage des Sozialrechts erzwingen. Darüber hinaus schwingen die Sozialämter aber ein eher stumpfes Schwert. Der Duisburger Rechtsanwalt Jörn Hauß: »Man muss wissen, dass die Behörde auch keine stärkere Handhabe hat als ein Elternteil, das seinen Unterhaltsanspruch selbst geltend macht. Fällt die Forderung wegen einer Fehlberechnung zu hoch aus oder hat der Unterhaltspflichtige selbst etwas vergessen, womit sich seine Zahlungsverpflichtung reduzieren ließe, muss die Rechnung korrigiert werden.«

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