Lebensversicherungen: Versicherern droht Kündigungswelle

Lebensversicherungen: Versicherern droht Kündigungswelle

 

Ein neues Gesetz verschlechtert die Lage von Kunden von Lebensversicherern, deren Police abläuft. Wer vorher kündigt, kann mehr Geld bekommen. Kommt die große Kundenflucht?

 

Für Kunden von Lebensversicherungen, deren Verträge in wenigen Monaten ablaufen oder die ihren Vertrag in absehbarer Zeit ohnehin kündigen wollten, kann sich rasches Handeln auszahlen. Wer bis zum 21. Dezember 2012 seinen Vertrag kündigt, erhält unter Umständen eine deutlich höhere Summe als bei Vertragsende in den Monaten darauf.

 

Hintergrund ist eine Änderung des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG), die der Bundestag diese Woche beschlossen hat. Danach werden die Kunden künftig nicht mehr wie bislang automatisch mit der Hälfte an stillen Reserven auf festverzinsliche Wertpapiere beteiligt, sofern sie ihren Vertrag kündigen oder die Police abläuft. Stattdessen wird in einem komplizierten Mechanismus ein Faktor zur Stabilisierung der Lebensversicherer abgezogen und erst danach die Beteiligung der Kunden ermittelt. Sie dürfte deutlich unter den bisherigen Werten liegen.

Die Versicherungswirtschaft hatte die Änderung verlangt. Sie soll zur mittelfristigen Stärkung der Unternehmen dienen, von denen eine ganze Reihe durch die dauerhaft niedrigen Kapitalmarktzinsen unter Druck stehen. Die Bundesregierung geht davon aus, dass bei länger anhaltenden Niedrigzinsen ab 2018 20 Prozent der Anbieter die Anforderungen der Aufsicht an Rückstellungen und Eigenmittel nicht mehr erfüllen könnten.

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