Mehr Transparenz bei Kreditvergabe

Ob eine Bank einen Kredit bewilligt oder nicht, richtet sich auch nach dem „Score-Wert“ des Antragstellers. Kreditinstitute errechnen, wie zahlungsfähig ihre Kunden sind. Doch auf welche Angaben stützen sie sich dabei? Verbraucherinnen und Verbraucher haben Anspruch darauf zu erfahren, wie dieser Wert ermittelt wird. Auf diesen Umstand weist die Bundesregierung aktuell hin.

Hintergrund: Das so genannte Scoring ist weit verbreitet. Mit dem mathematisch-statistischen Verfahren berechnen Kreditinstitute die Wahrscheinlichkeit, ob einzelne Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Schulden zurückzahlen können. Zur Berechnung greifen die Banken auf Daten zurück – zum Beispiel von der Schufa. Aus den erhobenen Daten wird ein Scorewert errechnet. Der entscheidet mit darüber, wie kreditwürdig ein Antragsteller eingestuft wird. Eintragungen bei der Schufa oder anderen Auskunfteien, die auf schlechte wirtschaftliche Verhältnisse hindeuten, können zu höheren Zinsen oder gar zur Ablehnung des Kredits führen. Lehnt die Bank oder ein Unternehmen den Kredit infolge einer negativen Auskunft ab, muss sie den Kunden umgehend informieren. Sonst droht ein Bußgeld.

Hierzu führt die Bundesregierung weiter aus:

  • Daten, die für das Scoring herangezogen werden, sind häufig lückenhaft oder falsch, die Auskünfte dazu unklar. Das belegt eine Studie im Auftrag des Bundesverbraucherschutzministeriums. Danach hat rund ein Drittel der Befragten 2013 bei Auskunfteien eine Eigenauskunft eingeholt. Viele von ihnen bemängelten, die gespeicherten Daten seien falsch oder unvollständig gewesen, die Bonitätsauskünfte unverständlich oder die Scorewerte nicht gerecht.
  • Deshalb sollten Verbraucherinnen und Verbraucher die Daten prüfen. Jeder hat das Recht, mit einer Eigenauskunft bei einer Auskunftei seine dort gespeicherten Daten einzuholen. So soll der Verbraucher bei einer Kreditabsage nachvollziehen können „woran es gelegen hat.“
  • Betroffene haben auch gegenüber Banken einen detaillierten Auskunftsanspruch. Kreditinstitute müssen Kunden in alle erhaltenen oder erstellten Scorewerte der vergangenen sechs Monate Einblick gewähren. Eine Bank kann auch an eine Auskunftei verweisen – allerdings nur dann, wenn sie deren Scorewert ohne eigene Bestandteile verwendet hat. Auskunfteien und Banken sind verpflichtet, fehlerhafte Daten zu korrigieren.

Einmal jährlich können kostenlos – auch online – folgende Auskünfte eingeholt werden:

  • welche Daten zur Person sind gespeichert und woher stammen sie,
  • welche Scorewerte sind wen innerhalb der vergangenen 12 Monate übermittelt worden,
  • wie hoch ist mein aktueller Scorewert,
  • welche Datenarten wurden für das berechnete Ergebnis genutzt,
  • wie ist mein Scorewert zustande gekommen,
  • welche Bedeutung hat mein Scorewert?

Hinweis: Weitere Infos zu diesem Thema hat die Bundesregierung auf ihrer Homepage veröffentlicht.

 Quelle: Bundesregierung, Pressemitteilung v. 6.5.2015

 

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