Internet-Handel: Plötzlich bist du Unternehmer

 

Internet macht süchtig. Besonders dann, wenn man damit noch etwas dazuverdienen kann. Doch wer dies übertreibt, kann eine böse Überraschung erleben

 

Egal ob es sich um einen abrissreifen Carport oder die alten Sammeltassen von der Großmutter handelt. Es gibt kaum etwas, was man nicht über die Internetplattform eBay los wird. Das schafft nicht nur Platz, sondern man kann damit auch noch Geld verdienen. Letzteres lässt den Fiskus naturgemäß nicht kalt. »Xpider« heißt der heimliche Spion, der für den Fiskus auf die Pirsch geht. »Xpider« ist eine speziellen Software, die Angebote und Verkäufe auf Online-Verkaufs- und Versteigerungsplattformen observiert. Verdächtige Funde werden an die Länderfinanzbehörden zur »Bearbeitung« übermittelt.

 

Überraschung
Dieses Programm dürfte auch einem Ehepaar zum Verhängnis geworden sein, das über die Internetplattform seine Sammlungen auflösen wollte. Das Paar hatte auf eBay Spielwaren, Modelleisenbahnen, Besteck, Geschirr, Kleidung und Bücher verkauft. Innerhalb von vier Jahren wurden auf diese Weise 1.200 Gegenstände im Wert von insgesamt 110.000 Euro verkauft. Das war zu viel, das Finanzamt stufte das Ehepaar als Unternehmer ein und verlangte die Nachzahlung der Umsatzsteuer von etwa 11.500 Euro. Das Paar klagte – und verlor. Der Bundesfinanzhof (BFH) bestätigte die Entscheidung des Finanzamtes (Az. V R 2/11).